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Die Vorführung des Films "Taste the Waste" gab uns die Gelegenheit uns vor den Kinobesuchern vorzustellen. U.a. konnten wir eine kurze Powerpoint-Präsentation auf dem Laptop vorbereiten, mit der wir dem Publikum einen Einblick in unseren Verein geben konnten. Diese Folien haben wir nun ins Netz gestellt, sie sind unter dem neuen Menuepunkt "Kurzvorstellung der Weinstadt-Tafel" zu finden.
Zwanzig Damen des Donnerstagabend-Frauenkreises unter Leitung von Frau Hubschneider (Koordination Frau Dürring) besuchten unsere Tafel.  Dr. Michelbach begrüßte alle Damen bei sonnigem Wetter im Freien, die Laune war bestens und die Erwartung groß; „endlich dürfen wir mal den Laden von innen sehen über den wir schon so vieles in der Presse lasen“ sagte eine Dame.

Ein fast normaler Laden

Eine Gruppe WKZ-Leser hat einen spannenden Einblick in die Arbeit der Weinstadt-Tafel bekommen

Anton Zerfaß und Joachim Michelbach (links), Vorstände des Tafel-Vereins, erklären WKZ-Lesern vor der Bäckertheke Gedanken und Arbeitsweise der Weinstadt-Tafel. Bilder: Pavlovi

Weinstadt-Endersbach. Ein Einkauf im Tafelladen – davor haben viele, die eigentlich bedürftig wären, große Scheu. Aus Scham, wegen Berührungsängsten, warum auch immer. Einige WKZ-Leser haben bei unserer Sommertour den Besuch bei der Tafel gewagt. Als Besucher zwar nur und nicht als Kunden, aber am Ende durften sie sogar selbst mal einkaufen – und waren erstaunt, welche Qualität sie für sehr wenig Geld bekamen.

Am Anfang heißt es erst einmal warten. Warten, bis der Laden aufmacht. Kurz vor 10 Uhr sitzen die WKZ-Leser, die zur Sommertour gekommen sind, im Vorraum des Tafelladens. Der Reihe nach, so wie sie eingetroffen sind, bekommen sie von Tafelvorstand Anton Zerfaß Nummern – ganz so, wie es hier an den drei Tagen die Woche auch abläuft, wenn Verkauf ist. „Wir haben das Glück, dass wir diesen Vorraum haben“, sagt Zerfaß. „In den meisten anderen Tafeln müssen die Kunden draußen auf der Straße stehen und warten.“

Montags, mittwochs und freitags hat der Weinstädter Tafelladen sonst geöffnet. Wie unsere Leser dürfen die Kunden dann in kleinen Gruppen ab zehn Uhr mit ihren Nummern rein zum Einkaufen. „Früher war das ein normaler Supermarkt“, erklärt Joachim Michelbach, der 2. Vorstand des Tafelvereins. „Deswegen haben wir auch einen richtigen Kühlraum.“ Das ist wichtig, denn der Tafelladen verkauft schließlich keinen Abfall, den niemand mehr will, sondern einfach Waren, die die „normalen“ Lebensmittelläden nicht mehr verkaufen.

„Die Tafeln schaffen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel“, erklärt Vorstand Anton Zerfaß. Das heißt, der Überfluss von Mack, Aldi, Edeka und Co. geht im Tafelladen in eine Zweitverwertung und hilft, dass bedürftige Menschen keinen Mangel leiden müssen. Jeden Morgen machen die Fahrer ihre Runde mit dem Lieferwagen und sammeln bei den Lebensmittelhändlern ein, was übrig ist: Waren, die in wenigen Tagen das Mindesthaltbarkeitsdatum überschreiten; Obst und Gemüse, das im Supermarkt vielleicht nur weggeschmissen werden würde, weil schon wieder eine neue Lieferung mit frischen Sachen da ist; aber auch Waren, die sogar das Ablaufdatum überschritten haben, aber deswegen natürlich noch lange nicht verdorben sind.

Anton Zerfaß nimmt zum Beispiel ein Glas eingelegte Oliven aus dem Regal: „Das wird ja nicht so schnell schlecht“, sagt er. Und Ladenleiterin Inge Heck schüttelt ein Päckchen Kartoffel-Lauch-Fertigsuppe: „Hören Sie das? Solange sich das so locker anhört, ist das noch einwandfrei.“ Natürlich werden Waren mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum aber auch dauernd geprüft, bevor sie verkauft werden. Wer im Tafelladen kauft, kann sicher sein, nichts Verdorbenes zu bekommen, genauso wie im „normalen“ Geschäft.

„Da muss man sich ja wundern, das Gemüse ist ja noch richtig toll“, sagt Leserin Karin Zerrer. „Klar“, bestätigt Ladenmitarbeiterin Ursula Poganiatz. „Die Ware entspricht zu 80 Prozent der Top-Ware aus den Geschäften.“ Top-Ware zu Top-Preisen – die WKZ-Leser dürfen es selbst testen. Anton Zerfaß verteilt Einkaufskörbe: „Jetzt tun Sie mal so, als würden Sie für zwei Personen einkaufen.“

Mit dem vollen Korb geht es dann an die Kasse zu Inge Heck, die rechnet zusammen. 2,46 Euro müsste da zum Beispiel Roland Häußermann bezahlen. Dafür bekäme er drei Brezeln, eine große Tüte Äpfel, eine Dose Sauerkraut, eine Tüte Chips, Lauch, ein Glas Apfelmus, einen Laib Brot und eine Flasche Bio-Limonade. 2,46 Euro – wie viel er wohl im normalen Handel hätte hinlegen müssen? „Rund 15 Euro hätte ich schon bezahlt“, schätzt Häusermann. Damit liegt er sicher ganz gut. „Die Preise kann man im Schnitt mal fünf nehmen“, sagt Tafel-Vorstand Michelbach.

Wer bedürftig ist, bekommt im Tafelladen so gut wie alles für den grundsätzlichen Bedarf. Meistens ist genug für alle da. Obwohl das Angebot in der Menge täglich schwankt und rationiert wird, so dass nicht etwa einer für sich allein zehn Joghurts kaufen kann. Wer bedürftig ist, das entscheidet das Sozialamt der Stadt Weinstadt, als Kriterien gelten Faktoren wie das zur Verfügung stehende Einkommen und die Lebenshaltungskosten wie Miete und Ähnliches. Stimmt das Sozialamt zu, bekommt man einen Tafelausweis, der zum Einkauf in der Tafel berechtigt.

Vor allem ältere Deutsche scheuen den Gang zum Tafelladen

Der größte Teil der Kunden sei durch Arbeitslosigkeit in eine finanzielle Notlage gekommen, sagt Joachim Michelbach. Eine noch sehr kleine Gruppe seien deutsche Rentner. Gerade die scheuen den Gang in den Tafelladen. Klar, aus Scham, mutmaßen die WKZ-Leser, weil man denkt, man ist ganz unten angekommen, wenn man hier einkauft. Ein Jammer, findet Karin Zerrer. Viele ältere Leute hätten eine so knappe Rente. „Es läge mir am Herzen, dass man mehr ältere Leute unterstützt.“ Die Altersarmut nimmt zu, bestätigt auch Joachim Michelbach. „Aber es ist schwer, direkten Kontakt zu Betroffenen zu bekommen.“

Dabei gibt es keinen vernünftigen Grund, den Tafelladen zu meiden. „Wir sind keine Spelunke oder Garage, sondern ein normaler Laden“, sagt Anton Zerfaß. Unsere Leser haben das auf der Sommertour erfahren. Der eine oder andere wird vielleicht sogar bald selbst die Weinstadt-Tafel tatkräftig unterstützen (siehe Extraartikel).

In der Waiblinger Kreiszeitung vom 22.7. findet sich ein Artikel über unseren Tafelladen, dem auch ein Anmeldecoupon zu einer Führung des Tafelladens beigefügt ist. Den Bericht finden Sie unter den Pressemeldungen.